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Donnerstag, 18. April 2024

Grimme-Preis 2024: fünf Auszeichnungen für rbb-Produktionen

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Berlin (ots) –

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) freut sich in diesem Jahr über vier Grimme-Preise und einen Sonderpreis. In der Kategorie „Information & Kultur“ wurden die Produktionen „Drei Frauen – Ein Krieg“ (rbb/WDR/ARTE), „Ukraine – Kriegstagebuch einer Kinderärztin“ (rbb/ARTE) und „Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod“ (WDR/rbb/ARTE) ausgezeichnet. „Der letzte Drink mit Anna Dushime“ (rbb) gewinnt den renommierten Fernsehpreis in der Kategorie „Unterhaltung“. Die Doku „Drei Frauen – Ein Krieg“ wurde zudem mit dem „Publikumspreis der Marler Gruppe“ geehrt.

rbb-Programmdirektorin Martina Zöllner: „Schon die Nominierung von zehn rbb-Koproduktionen für den diesjährigen Grimme-Preis hat uns sehr gefreut. Dass nun vier Produktionen die Auszeichnung nach Hause holen, ist umso schöner. Die prämierten Doku- und Unterhaltungsformate setzen sich jeweils auf ganz eigene Weise mit herausfordernden gesellschaftlichen Themen auseinander, tragen zu Verständnis und Verständigung bei. Der Preis ist Würdigung und ich hoffe Motivation für die Macherinnen und Macher, ihre Ansprüche nicht aufzugeben.“

Kategorie „Information & Kultur“

Grimme-Preis und Publikumspreis der Marler Gruppe für „Drei Frauen – Ein Krieg“ (EIKON Media/SD Cinematografica für rbb/WDR/ARTE )

an Luzia Schmid (Buch/Regie) und Yana Höhnerbach (Montage)

Das Foto von Lee Miller in Hitlers Badewanne ging um die Welt. Sie war eine von wenigen Kriegsreporterinnen, zum ersten Mal in der Geschichte gab es einen weiblichen Blick auf den maßgeblich von Männern geführten Krieg. Der Film von Luzia Schmid porträtiert die drei Journalistinnen Lee Miller, Martha Gellhorn und Margaret Bourke-White und ihren Blick auf den Zweiten Weltkrieg.

Aus der Grimme-Jurybegründung: „Lee Miller, Margret Bourke-White und Martha Gellhorn haben im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben. Mit einem untrüglichen Gespür für die Seiten des Krieges, die in offiziellen Verlautbarungen des Militärs nicht zur Sprache kommen, erweitern sie unseren Horizont. […] Die Konzentration der drei Berichterstatterinnen auf die Opfer des Krieges, die der Film konsequent in seinen Bildern spiegelt, verhindert jegliche Verherrlichung des Geschehens. Helden sucht man hier vergebens. Vor dem Hintergrund der Kriege unserer Tage ist ‚Drei Frauen – Ein Krieg‘ so auch ein aktueller Kommentar und ein Plädoyer für den Frieden.“

Aus der Jurybegründung der Marler Gruppe: „Der Regisseurin Luzia Schmid gelingt es, dem Publikum einen neuen, ehrlichen und weiblichen Blickwinkel zu eröffnen. Die Zuschauer:innen nehmen den Krieg durch die Augen von Margret, Lee und Martha wahr: Eine Kriegsreportage aus der Sicht emanzipierter Frauen, die in Deutschland bisher kaum bekannt sind. […] Die Aufnahmen werden durch die Stimmen von Simone Kabst, Eva Meckbach und Nina Hoss beeindruckend begleitet, die eine persönliche Beziehung zwischen den Protagonistinnen und den Zuschauer:innen erschaffen. […] Ein beeindruckendes Porträt dreier mutiger Frauen.“

Grimme-Preis für „Ukraine – Kriegstagebuch einer Kinderärztin“ (DOCDAYS Productions für rbb/ARTE)

an Carl Gierstorfer (Buch/Regie) und Ronald Rist (Montage)

Als Anästhesistin leitet Wira Primakova die Intensivstation des Ochmadyt Kinderkrankenhauses im westukrainischen Lwiw. Es ist Anfang März 2022, russische Truppen stehen vor Kiew. Seit zwei Wochen hat Wira ihre eigenen Kinder nicht gesehen, ihr Mann kämpft an der Front, während sie um das Leben ihrer kleinen Patienten ringt. Der Film von Autor und Regisseur Carl Gierstorfer beschreibt den Alltag einer Ärztin im Krieg.

Aus der Jurybegründung: „‚Wir sind nicht normal. Die Sirenen heulen und wir rauchen, als ob kein Krieg wäre. Und immer scheint die Sonne‘, sagt Vira lachend in der ersten Szene des Films. Die Kamera nimmt Viras Perspektive sehr unmittelbar ein. Carl Gierstorfer findet eine außergewöhnliche Protagonistin. Dabei funktioniert die filmische Form des gesprochenen Tagebuches ganz herausragend. […] Immer wieder wechseln berührende Augenblicke ab mit solchen, die dem Zuschauer die Chance geben, das Gesehene zu verarbeiten. Ohne Kommentar und ohne Musik entsteht so eine konzentrierte, dichte Erzählung, die weit über die persönlichen Reflexionen hinausweist und den Zuschauer:innen die Möglichkeit für eine eigene Perspektive belässt.“

Grimme-Preis für „Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod“ (Film Five/filmfaust für WDR/rbb/ARTE)

an Cem Kaya (Buch/Regie)

„Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod“ von Autor und Regisseur Cem Kaya erzählt die Geschichte der einzigartigen Musik türkischer Gastarbeiter:innen und ihrer Enkelkinder in Deutschland. Diese musikalische Kultur, welche es in ihrer besonderen Form nur in Deutschland gibt, ist ein kulturelles Erbe der Bundesrepublik. Kayas Film entdeckt diese musikalische Subkultur neu und eröffnet seinen Zuschauer:innen somit spannende Perspektiven auf gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Heimat, Identität und Partizipation.

Aus der Jurybegründung: „Von jeher ist die Aufgabe der Kultur, Menschen zu vereinen, nicht zu spalten. Die große, bunte, bislang aber für eine große Öffentlichkeit erstaunlich unsichtbare Subkultur türkischer Einwanderer:innen in Deutschland angemessen darzustellen, das ist der Verdienst des Regisseurs und Autors Cem Kaya. In seinem so liebevollen wie energetischen Dokumentarfilm ‚Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod‘ widmet er sich Musikrichtungen, in denen weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit fantastische Künstler:innen blühten und Erfolge feierten.“

Kategorie „Unterhaltung“

Grimme-Preis Spezial für ihre Gesprächsführung in „Der letzte Drink mit Anna Dushime“ (Steinberger Silberstein für rbb)

an Anna Dushime (Host)

„Der letzte Drink“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Talkshow wieder auf ihren Ursprung zurückzuführen – denn in dieser Sendung ist das Gespräch der Star. Statt oberflächlichem Promo-Geplänkel sorgt Gastgeberin Anna Dushime für ehrliche und spannende Unterhaltung. Respektvoll werden an der Hotelbar unterschiedliche Ansichten und Meinungen diskutiert und wenn es mal hitzig wird, helfen die kühlen Drinks des Barkeepers.

Aus der Jurybegründung: „Es gibt Grimme-Preise, die überraschen, und solche, die man fast schon erwarten konnte. Dieser Preis gehört eindeutig in die erste Kategorie: Ein Preis für eine Talkshow? Von der es nur eine Pilotfolge gibt? Hinzu kommt, dass es eine ausgesprochen minimalistische Produktion ist, mit der der rbb zeigt, dass man auch mit kleinem Budget gutes Unterhaltungsfernsehen machen kann. […] Anna Dushime beweist hier durch ihre Gesprächsführung, dass mit Mut und Talent selbst eine schlichte Talkshow zu einem herausragenden Fernsehereignis werden kann.“

Die Preisverleihung des 60. Grimme-Preises findet am 26. April 2024 in Marl statt.

Stabangaben

Drei Frauen – Ein Krieg

EIKON Media/SD Cinematografica für rbb/WDR/ARTE

Buch und Regie: Luzia Schmid

Produktion: Katarina Cvitic, Ulli Pfau, Roberto Dall’Angelo

Redaktion: Christian von Behr (rbb/ARTE), Rolf Bergmann (rbb), Mathias Werth (WDR)

Erstausstrahlung: ARTE, Dienstag, 17.10.2023, 22.50 Uhr, 106 Min.

Songs of Gastarbeiter – Liebe, D-Mark und Tod

Film Five/filmfaust für WDR/rbb/ARTE

Buch: Mehmet Akif Büyükatalay, Cem Kaya

Regie: Cem Kaya

Produktion: Florian Schewe, Stefan Kauertz (Film Five), Claus Reichel, Mehmet Büyükatalay (filmfaust)

Redaktion: Jutta Krug (WDR), Rolf Bergmann (rbb), Oliver Schwehm (ARTE)

Erstausstrahlung: ARTE, Freitag, 27.10.2023, 21.45 Uhr, 90 Min.

Ukraine – Kriegstagebuch einer Kinderärztin

DOCDAYS Productions für rbb/ARTE

Buch und Regie: Carl Gierstorfer

Produktion: Antje Boehmert

Redaktion: Dagmar Mielke (rbb/ARTE), Ute Beutler (rbb)

Erstausstrahlung: ARTE, Dienstag, 07.02.2023, 22.50 Uhr, 60 Min.

Der letzte Drink mit Anna Dushime

Steinberger Silberstein für rbb

Buch: Anna Dushime

Regie: Michael Maier

Redaktion: Jürgen Stark (rbb)

Produktion: David Steinberger

Erstveröffentlichung: ARD Mediathek, Donnerstag, 09.11.2023, 28 Min.

Pressekontakt:
Ulrike Herr
Telefon: (030) 97 99 3 – 12 115
[email protected]
Original-Content von: rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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