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Sonntag, 25. Februar 2024

Tierqual-Preis für Lidl bei Red Dot Gala

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Berlin (ots) –

Bei der Red Dot Gala protestierten Tierschützer:innen gegen die Verleihung des renommierten Design-Preises an Lidl. Die Aktivist:innen der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt werfen dem Konzern vor, zu lasche Tierschutzstandards für Masthühner zu haben und dadurch großes Leid für diese Tiere in Kauf zu nehmen. Um Lidl an seine Verantwortung für die Hühner zu erinnern, überreichten sie vor Ort symbolisch den „Dead Rot Award“ für Tierquälerei an den Discounter. Zudem zeigten sie vor dem Konzerthaus schockierende Aufnahmen aus Ställen, die Hühner für das Fleisch der Lidl-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ liefern. Dazu verteilten die Tierschützer:innen an Gäste Flyer und Glückskekse, in die die Tierquälerei-Vorwürfe an Lidl eingebacken waren.

„Innovatives Design reicht nicht, um Lidls aktuellen Fleischskandal zu überdecken. Deshalb verleihen wir Lidl heute den Negativ-Preis >Dead Rot Award< in der Kategorie Tierquälerei", erklärt Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Die Albert Schweitzer Stiftung und 15 andere Tierschutzorganisationen aus ganz Europa fordern Lidl auf, die Tierschutz-Probleme in seiner Lieferkette für Hühnerfleisch anzugehen und die Tierschutzstandards auf das Niveau des Konkurrenten Aldi zu heben. Dazu müsste sich Lidl der Europäischen Masthuhn-Initiative anschließen.

Hintergrund

Im vergangenen Jahr hat ein Bündnis europäischer Tierschutzorganisationen Undercover-Recherchen aus mehreren Hühnermastbetrieben von Lidl-Lieferanten veröffentlicht. Die Bilder zeigen qualgezüchtete Hühner, die unter ihrem eigenen Körpergewicht zusammenbrechen, kranke und sterbende Hühner sowie tote Tiere, die zwischen ihren Artgenoss:innen verwesen. Noch dazu werden die Hühner nicht selten von Arbeiter:innen misshandelt. Eine Laboruntersuchung von Hühnerfleisch der Lidl-Eigenmarke "Metzgerfrisch" wies zudem in 71 % der Proben multiresistente Keime nach.

Durch die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative könnte Lidl den Hühnern in der Mast bis zu zwei Drittel ihrer schlimmsten Schmerzen ersparen. Die Initiative schreibt, anders als zum Beispiel die "Initiative Tierwohl", gesündere Rassen vor. Hinzu kommen Vorschriften für mehr Platz, Tageslicht und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie für eine möglichst stressfreie Schlachtung. Die Kriterien der Initiative sind wissenschaftlich fundiert und werden von 37 europäischen Organisationen sowie mehr als 600 Unternehmen weltweit unterstützt. Gesündere Hühner, die besser gehalten werden, erhalten zudem weniger Antibiotika. Das beugt der Entstehung gefährlicher Antibiotikaresistenzen vor.

Lidls Konkurrenten Aldi, Bünting, Globus, Norma und Tegut haben sich der Europäischen Masthuhn-Initiative bereits angeschlossen und wollen damit – im Gegensatz zu Lidl – für bessere Standards für alle Hühner in ihren Zulieferbetrieben sorgen.

Fotos von der Aktion finden Sie hier (https://www.flickr.com/photos/albertschweitzerstiftung/albums/72177720312412030).

Mehr Informationen zur Red Dot Gala finden Sie hier (https://www.red-dot.org/de/).

Pressekontakt:
Diana von Webel
Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
+49 30 400 54 68-15
[email protected]
Original-Content von: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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